Sonntag, 9. August 2015

Rucksacklos durch den Wald


Topeak-Box

Heute entschloss ich mich, eine Topeak-Box zu kaufen, welche sich auf dem Topeak-Gepäckträger auf einer Schiene einschieben und mit der gelben Klinke verriegeln lässt. Das ermöglicht mir, ab jetzt rucksacklos zu biken. Ich trage zwar nicht ungern Rucksack, aber der Gepäckträger ist schon montiert und ermöglicht neue Wege. Flickzeug, Pumpe, Werkzeug, Regenschutz, alles hat Platz.
Oben lässt sich sogar der Bidon ins Netzfach einschieben.



Alles hat Platz für die Biketour.


Noch etwas wuchtiger!

Mythentour mit Bikes


Holzegg vor grossem Mythen

Am Donnerstag machten wir in der grössten Hitze eine Tour in der Innerschweiz:
Schlattli-Illgau-Hinter-Oberberg-Chruthüttli-Ibergeregg-Holzegg-Haggenegg-Mythenbad-Windstock-Chätziboden-Schlattli, 
31km 1350 Hm.

Wir waren zu dritt, zwei jüngere Kollegen mit modernen Retrobikes, ich mit dem KTM e-Bike. Zuerst war ein Aufstieg von 1000 Hm zu bewältigen, am besonnten Hang bei ca. 30 Grad. Locker mit dem e-Bike, schlauchend mit den normalen Bikes. Der Höhenweg war gut und interessant zu befahren, die Strecke hinter den Mythen durch sogar eher anspruchsvoll, alles kein Problem für das Fatbike. In der Abfahrt ab Haggenegg kamen die Bremsen in den Grenzbereich, aber sie hielten durch.
Fazit: Nur noch e-Fatbike.


Donnerstag, 23. Juli 2015

Surenenpass mit Mountainskyver

Schon lange wollte ich einmal den Surenenpass machen, heute hatte ich Zeit und das Wetter stimmte.
Die Strecke von Brüsti ob Attinghausen nach Engelberg braucht zu Fuss ca. 6 Stunden und hat eine sehr lange Abwärtsstrecke nach Engelberg, das sollte sich für den Skyver gut eignen.


Nach der Anfahrt per ÖV und der Seilbahn Brüsti gings los, hier bei Rüetli machte ich Halt und frühstückte. Ein Mann in Jägerkleidung erkundigte sich interessiert nach meinem komischen Velo. So etwas habe er im Kanton Uri noch nie gesehen.


Der Weg führt angenehm aufwärts Richtung Gratgädemli.


Blich Richtung Eggbergen.


Diesen Hoger (Gibelstockhöreli) könnte man umrunden und dann via Gitschitaler Boden wieder nach Seedorf absteigen. Das könnte die nächste Skyvertour werden.


Über den angenehm zu gehenden Geissrüggen gelangt man zum Angistock.


Beim Seeli war wieder eine Essenspause angesagt. Das Tragen des Skyvers (total mit Rucksack und Verpflegung 10 - 11kg) gibt Hunger.


Beim Angistock ist ein Übergang in das Tal, wo man dann zum Surenen hochsteigt.


Wieso das Gebiet Langschnee heisst, ist unschwer zu erkennen. Wir hatten jetzt vier Wochen heisses Wetter (22. Juli 2015). Der Weg rechts durch die Geröllhalde ist wegen Steinschlags nicht empfohlen, so ging ich gemäss Signalisation mehr links und stieg etwas ab.


Ich musste noch einige rutschige Schneefelder überqueren, dann gings steil aufwärts.


Der Anstieg hängt an. Es waren auf dieser Seite keine Biker unterwegs, aber ziemlich viele Wanderer.


Geschafft. Nun waren viele Leute gwundrig, was wohl mit diesem Gefährt passiert. Nach einer Passrast klappte ich das Gerät aus und konnte gleich losfahren.
Die Strecke nach Engelberg ist etwa 10km lang, davon konnte ich etwa Zweidrittel fahren. Ein breites Grinsen überfiel mich. Die Hochschlepperei hatte sich definitiv gelohnt.


In der Blackenalp kehrte ich ein, es wurde gut gesorgt. Ich vernahm, dass auf dieser Alp 1200 Tiere sömmern, mit der Milch der (nicht so vielen) Kühe wird gekäst. Auch hier musste ich wieder Auskunft geben über dieses komische Gefährt.


Solche Wege sind zum Wandern etwas langweilig, mit dem Skyver geht es hui...


Beim Stäuber kam ein grober Abstieg, den ich schieben musste.


Und wieder hui... Von den Wanderern erntete ich neidische Blicke (nehme ich an, ich musste vorwärts schauen, der Skyver geht ganz schön ab).


Weitere spektakuläre Wasserfälle säumen das Tal, definitiv ein schöner Ort.

Ab Camping Eienwäldli packte ich den Skyver zusammen und ging zu Fuss zum Bahnhof. 
Bei der Abfahrt des Zuges stiegen extrem viele Leute ein, ich kam mir vor wie in Mumbai.

Bei dieser und der via-valtellina-Tour ist mir aufgefallen, dass die Touristen sich an gewissen Orten klumpen, speziell hier in Engelberg und dann im Gebiet St. Moritz-Pontresina, sonst war es eher ruhig.

Fazit: Für gewisse Strecken mit langer Abwärtsstrecke ist der Skyver super. Aber das Abfahren muss man sich beim Hochtragen erarbeiten. Das ist nicht für jedermann.






Mittwoch, 22. Juli 2015

Fernwandern - via valtellina

Für mich die schönsten Ferien sind Fernwanderungen. Nach via sbrinz und via spluga nahm ich dieses Jahr die via valtellina unter die Füsse. Kurzfristig liessen sich Geri und Lisi Gianutt auch dafür begeistern und kamen mit.
Wieso soll so etwas Anstrengendes schön sein?
Morgens geht man mit gepacktem Rucksack mit dem Nötigsten los. Alles ist dabei, aber es ist so wenig, dass man auf Verpflegung und Unterkunft unterwegs angewiesen ist (Geri und Lisi knapp 5kg, ich 7kg). Man hat Zeit, die Gegend zu betrachten, die man erwandert, und sieht die Schönheiten der Natur und den Wechsel der Landschaften. Abends kommt man in eine neues Dorf oder eine neue Hütte, hat Appetit und freut sich auf die Gastfreundschaft. Es ist Reisen im menschlichen Mass. Manchmal ist man auch froh, dass es Züge und Postautos gibt.


Start in Gargellen, oberhalb von Schruns im Montafon


Ab hier wanderten wir los Richtung Schlappiner Joch. Die einzige Jausenstation erwies sich als mager, es gab nur Getränke.


Blick Richtung Joch hinten geht es rechts hinauf.


Von oben Blick Richtung Gargellen zurück, die Hütte diente den Finanzern (Grenzwächtern) als Unterkunft in ihrem Kampf gegen die Schwärzer (Schmuggler).


Und schon ist die erste Höhe erreicht: Das Schlappiner Joch. Unten sieht man das Tagesziel, Schlappin. Dort hatten wir eine Unterkunft im Hotel Gemsli, wo wir sehr gut mit geschmortem Spanferkel mit Polenta verpflegt wurden und eine romantische Unterkunft hatten. Der deutsche Pächter und der polnische Kellner sorgten sich sehr um unser Wohl.
Das war jetzt eine Halbtagesetappe, da wir morgens mit dem Zug nach Schruns und dem Bus nach Gargellen gereist waren. Schlappin hat zwei Gasthöfe und sonst Maiensäss-Gebäude. Es hat nur wenige ständige Einwohner.


Esel wie diese waren vermutlich auch Tragtiere der Säumer, welche über diesen Pass Waren transportierten.


Haus nach Davos ins Dischmatal
Am nächsten Morgen wanderten wir nicht der Strasse nach, sondern über sehr steile Wanderwege hinunter nach Klosters. Dabei staunten wir über die Spuren der Biker.
Von Klosters nahmen wir den Zug nach Davos, dort gingen wir zur Badi am Davoser See. Danach gings ins Dischmatal. Es war sehr heiss zum Wandern, so kehrten wir durstig in der Teufi ein.


Das Dischmatal ist sehr lang, 13km von Davos nach Dürrboden. So nahmen Lisi und ich den Bus von Teufi nach Dürrboden, Geri lief die Strecke im Eiltempo. Es hätte sich das Wandern durchaus gelohnt, das hintere Tal ist sehr schön, besonders im Herbst, wenn die Farben wechseln (Auskunft Busfahrer) oder im Juni, wenn es blüht (Auskunft Wirt im Dürrboden).


Endlich das Gasthaus Dürrboden, das ist der alte Teil, der nicht mehr als Gasthaus dient. Es war früher eine Säumerstation, was man noch gut sieht an den Stallungen.


 Im neueren Gasthaus fühlten wir uns wohl und wurden gut bewirtet. Auch Dusche (1 pro Geschlecht) und Brünneli (2 pro Geschlecht) waren hier.


 Hier drin waren die Unterkünfte, wir schliefen ganz oben im Viererschlag. Einfach romantisch.



Abends noch der Blick zurück ins Dischmatal.


Aber jetzt geht es rechtzeitig hoch zum Scalettapass.


Der Pass ist hinten rechts. 


Zuerst wanderten wir durch eine von Flüssen durchzogene Ebene.


Allmählich, nicht so steil, zog sich der Weg hoch. Er war erstaunlich gut, nichts mehr zu sehen von den Treppen, die den Namen gaben. Offensichtlich ist der Weg ausgebessert worden, um ihn bikertauglicher zu machen. Der Scalettapass ist Teil der Original-Heckmair-Route und wird von vielen Transalp-BIkern befahren. Vier von ihnen hatten auch im Dürrboden übernachtet.


Die Alpenblumen kämpfen sich durch das Gestein.


So hat der Saumweg wohl einst ausgesehen. 


Heute ist er meist feiner gekiest.


Überraschend leicht schafften wir die Passhöhe und schauten nun ins Val Susauna.


Es hat im ganzen langen Tal nur zwei Alpen, hier die Alp Funtauna.


Ein wilder Fluss, rechts die steile Alpstrasse.


Und es will und will nicht enden. In diesem Dörfchen gab es keine Wirtschaft, so kühlten wir uns am Brunnen und zottelten weiter bis nach S-Chanf. Dieser Ort war am frühen Nachmittag wie ausgestorben. So nahmen wir den Zug nach Zuoz.


Zuoz ist ein sehr schmuckes Dorf, hier der Plaz.


Im Hotel Klarer wohnten wir wunderschön und sassen gerne auf der Terrasse, dem Zentrum des Dorflebens.


Hier sah man direkt auf das dominierende Planta-Haus.


Dieser eingelassene Sitzplatz ist als Treffpunkt gedacht, allerdings wurde er nicht genutzt, nicht einmal von Jugendlichen mit einem Karton Bier.


Betrachtet man die Namen der Kinder vom Chalandamarz genauer, so erkennt man, dass auch in Graubünden die (Im)Migration stark ist.


Am vierten Tag wanderten wir in grosser Hitze das Engadin hoch, von Zuoz nach Bever. Da war für Geri eine Abkühlung willkommen, es war aber kälter als gedacht.


So schön das Engadin ist, zum Wandern ist es schon sehr flach. Wir erreichten Bever ausgedörrt, erfrischten uns und nahmen den Zug nach St. Moritz.


St. Moritz ist wohl das Zentrum des Tourismus, hier der See. Alles sehr gepflegt.


Am Stazer See konnte Geri ausgiebig baden, wir genossen einen sehr guten und sehr teuren Kaffee. Dann wanderten wir durch den Stazer Wald nach Pontresina, um dort den Zug zu nehmen nach Diavolezza.


Leider schafften wir es nicht in diesen Wagen, aber das wollten wir später unbedingt noch.
Lisi wünschte sich einen Gletscherausflug, so verliessen wir die via valtellina kurzzeitig und nahmen ab der Bernina-Bahn-Stadion Diavolezza die Seilbahn hoch.


Die Bahn geht von 2000 auf 3000 Meter hoch und uns erwartete eine überwältigende Aussicht.



Wir übernachteten im Massenlager, zuvor konnten wir uns nicht sattsehen. Links der Pers-Gletscher, hinten der Morteratsch-Gletscher, mit Piz Palü, Piz Bernina und Piz Morteratsch.


So ein Panorama, es haute mich um.


Am nächsten Morgen ging es auf eine von der Bergsteigerschule angebotene Gletschertour, heute eher eine Moränentour.


Das nennt sich Gletschertisch. Unter dem Stein schmilzt der Gletscher weniger, so entsteht ein Fuss.


Das Eis ist grobkörnig und nicht rutschig. Die Grödler (kleine Steigeisen) brauchten wir erst im unteren Teil des Morteratsch-Gletschers. Hier sieht man den Pers-Gletscher.


Das Ganze ist harmlos, aber man sollte nicht am falschen Ort hineinfallen.


Auf einem Steinhügel machten wir Mittagspause. Hier noch einmal der Pers-Gletscher, hinten das Berghaus Diavolezza, dann der kahle Piz Trovat, daneben der Piz Cambrena.


Da mussten wir jetzt hinunter zum Morteratsch-Gletscher. Die beiden Gletscher sind nicht mehr verbunden wegen der Gletscherschmelze, dafür sind jetzt riesige Moränen zu überwinden.


Auf dem Morteratsch-Gletscher.



Ende des Morteratsch-Gletschers. Ab hier gingen wir zügig nach vorn zur Station Morteratsch und nahmen dann den Zug nach Alp Grüm.
Dort wartete unsere Unterkunft, das Hotel Belvedere.
Das ist ein kleines, einfaches Hotel in der Nähe der Bahnstation. Es ist ursprünglich und altmodisch eingerichtet, die Unterkunft ist im Verhältnis teuer, aber es steht an einem unglaublich tollen Ort, und die Bedienung war sehr freundlich und aufmerksam. Beim Schlafen ungewohnt: Die Stille, absolut kein Verkehrslärm, auf der Gletscherseite nur das Rauschen des Bachs, hinten hinaus: NICHTS, gar nichts.


Auf der Seite sieht man an den Palü-Gletscher, oben rechts der Piz Palü, welchen man von der Diavolezza aus von vorne sah.


Das Puschlav zu Füssen, unten die Terrasse Cavaglia, dahinter die Ebene mit Poschiavo und dem See.
Lange sass ich noch auf der Terrasse, trank Veltliner Grappa, rauchte und genoss dieses Panorama.


Von der Alp Grüm führt der alte Saumweg hinunter nach Cavaglia und weiter nach Poschiavo. Der Weg ist sehr gut zu gehen, einer der schönsten Wanderwege, die ich kenne.


Nach einer Erfrischung in Poschiavo wollten wir am See picknicken. Anders als in Zürich oder Luzern ist aber der See noch etwa 5 km vom Ort entfernt, das zog sich mächtig. 
Angekommen, genossen wir dann aber ein sehr erfrischendes Bad.

Wir hatten uns entschlossen, angesichts der Hitze und des angeschlagenen Rückens von Lisi nicht nach San Romerio hinaufzusteigen (ca. 1000 Hm), sondern dem Tal entlang hinunter nach Tirano zu gehen. So nahmen wir erstmal den Zug von Le Prese bis ans Ende des Sees, nach Miralago. Dort kehrten wir im Restaurant Miralago mit seinem bezaubernden Gartenrestaurant ein. Leider machte ich kein Foto.


Ab Miralago führte ein sehr schöner, schattiger Wanderweg weiter das Tal hinunter.
Weiter unten wurde es aber offener und heisser.


Als Wanderer schätzt man Brunnen ungemein.

Weiter unten, in Campocologno, hatten wir genug gewandert und nahmen den Zug nach Tirano.
Dort war es drückend heiss. Wir genossen auf dem Hauptplatz einen Prosecco auf diese tolle Wanderwoche. 


 Nach festlichem Essen und Übernachten reisten wir mit dem Zug zurück auf den Berninapass. Lisi schlug vor, noch etwas zu wandern, so eine Art Abschiedwandern.



Abstieg vom Bernina nach Morteratsch - toller Weg, tolle Landschaft, viele Wanderer und Biker.


Ja, und zum Kindergeburtstag kam es auch noch, wir konnten tatsächlich noch mit dem Aussichtswagen von Morteratsch nach Pontresina fahren.

Fazit: Tolles Wetter, tolle Begleiter, schöne Landschaften, ungaubliche Panoramen - so schön können Ferien in der Schweiz sein.