Samstag, 29. Juli 2017

Waldstätter Highlights - Hike around the Rigi


Eine Wanderwoche, wo man die Rigi und die ganze faszinierende Bergwelt am oberen Teil des Vierwaldstättersees immer wieder neu erlebt - das wollte ich schon lange einmal machen. Deshalb habe ich diese Tour zusammengestellt. Leider erwischten wir die regenreichste Woche im Sommer 2017, es war aber trotzdem sehr schön. Die Natur zeigt sich in sattem Grün und voller Dramatik.



Tag 1: Link auf Schweiz mobil




Am Sonntag um neun trafen wir uns in Luzern unter dem Bogen auf dem Bahnhofsplatz, und gerade dahinter stiegen wir auf das Schiff Richtung Vitznau.


Links Rigi, rechts Bürgenstock

Es war auch eine Wanderung auf den Spuren der Anfänge des Tourismus, und prompt erwischten wir ein Dampfschiff, die Uri.


Links die Dampfschiebersteuerung, dann zwei Dampfzylinder, dann rechts wieder Schiebersteuerung, die riesige Kurbelwelle treibt direkt die Schaufelräder an.


Rigi vom Dampfschiff Uri aus.


Links der historische Teil des Rigi-Bahnhofs, rechts der neue - typisch für die Schweiz. Auch typisch: Die Rigibahn ist teuer (Luzern - Vitznau - rigi Kaltbad 30.- mit Halbtax).


Eine nicht ganz komplette alte Rigidampflok



Die erste Bergbahn Europas



Da war die Dampftechnik noch etwas grobschlächtig.


Im Nebel konnte man immerhin noch den Felsblock aus China bestaunen, das Panorama blieb unsichtbar.


Im Kessiboden erhielten wir in einem heimeligen Stubeli Raclette, Hirschwurst und natürlich Kafi Träsch, eine kulturelle Neuheit für meine Ostschweizerfreunde.

Zurück nach Kaltbad, dann wanderten wir auf dem Trassee der früheren Scheideggbahn bis nach Rigi Burggeist. Hier ist die Rigi noch regional, in diesem Teil nach Gersau orientiert.


Über dem Masten sieht man die Seeseite zwischen Rütli und Emmetten, wo wir später au dem Waldstätterweg wandern würden.


Hier im Burggeist übernachteten wir das erste Mal und wurden gut verpflegt. Konrad Felix servierte uns dann ein tolles Frühstück mit einer liebevollen Fleisch-Käseplatte. In Erinnerung bleiben uns die kuscheligen Bettbezüge, was wir bei dem nasskalten Wetter sehr schätzten.




Da die Seilbahn Scheidegg-Kräbel neu gebaut wird, wanderten wir zurück nach Rigi Klösterli.


Endlich sah man auch etwas, hier Pilatus, Luzerner und Küssnachter Seebecken. Wieder fuhren wir mit der Rigibahn, diesmal hinunter nach Goldau.


Die neu renovierte und umgebaute Station in historischer Ansicht


Bei diesem historischen Triebwagen ist auch der Zahnradantrieb sichtbar.




Von Goldau aus wollten wir über den Wanderweg entlang des Goldauer Bergsturzes zum Gnipen hochwandern. Der Weg war wunderbar, fast verwunschen, aber auch recht anstrengend.




Doch leise, dann kraftvoll setzte der Regen ein, so dass wir auf halber Höhe via Gribsch nach Steinerberg abstiegen und den Wildspitz wegliessen. Von dort nahmen wir die Bahn nach Sattel zur Seilbahn auf den Mostelberg.


Hier assen wir ein spätes Mittagessen und schauten uns das Judihui an.




Skywalk

Wir hatten aber schon unsere Unterkunft im Sinn und wanderten die kurze Strecke zum Berggasthaus Herrenboden.


Hier erwartete uns eine ganz tolle Unterkunft. Das ganze liebevolle Ambiente und die schönen Zimmer gefielen uns sehr. 


Zum Glück hatte uns die Wirtin, Frau Betschart, zum Halbpensionsmenü überredet. Es war einfach fantastisch, so gut habe ich überhaupt noch nie gegessen. Hier ein Eindruck vom ersten Gang:


Das rechts ist ein Mais-Cappucino (meine ich), so eine Art schaumige Suppe mit Mais-Popcorn-Aroma. Das Filet in Landrauchschinken/Eierschwämmlisauce toppte das gar noch. Herzlichen Dank für Euren tollen Einsatz!




Am nächsten Morgen wanderten wir im Nieselregen wieder los, Richtung Haggenegg.


Das Wetter hielt sich gut und der Weg war wundervoll. Hier ein Blick auf Brunnen.



Dann hinter den Mythen durch Richtung Holzegg. Bei diesem Wetter trauten wir uns nicht auf den Grossen Mythen, sondern machten lieber in der Holzegg eine Mittagspause mit einem Jass. Der Kellner bediente uns mit einem charmanten Humor.


Brunnen ab Holzegg


Weiter Richtung Ybergeregg auf dem Siebeneggenweg, ab Sternenegg Richtung St. Karl.


Dort drüben würden wir morgen wandern: Stoos mit Klingenstock halblinks und Fronalpstock ganz rechts.


Wir erreichten noch die letzte Abfahrt um 16.45 und kamen in unserem Etappenziel Illgau an.


In diesem alten, innen riesigen Gasthof Sigristenhaus genossen wir wieder eine schöne Gastfreundschaft. Das Rahmschnitzel schmeckte uns sehr, in Gesellschaft der Arbeiter, welche die neue Stoosbahn bauen. Wir jassten am Abend noch allein und löschten dann die Lichter.


Endlich einmal eine gemütliche Raucherecke, vor Regen geschützt.





Am Morgen gings mit der Seilbahn hinunter nach Muothatal-Ried und wir wanderten auf dem Witzweg nach Schlattli, wo wir die steile Standseilbahn hinauf nach Stoos nahmen.


Wasserfall bei Illgau


Witzweg entlang der Muota

Auf dem Stoos wanderten wir Richtung Talstation Klingenstock. Leider war die Bahn geschlossen, da der Höhenweg Klingenstock-Fronalpstock bei schlechtem Wetter zu gefährlich ist.
So legten wir eine Rast in der Stooshütta ein (http://www.stooshutta.ch/). Auch da wieder trafen wir auf beste Gastfreundschaft.


So nahmen wir halt den Weg über Stoosdörfli zur Sesselbahn Richtung Fronalpstock  unter die Füsse und wanderten ganz, die Frauen bis Umsteigestation hoch und erreichten das Berggasthaus Fronalpstock. Wir hatten dieses sonst belebte Berggasthaus ganz für uns alleine, der Koch servierte uns dann ein vorzügliches Zürigeschnetzeltes. 
Und die Sicht besserte und die Sonne kam...



Noch etwas zaghaft...



dann aber das volle Programm.



Wieder jassten wir alleine in den späten Abend hinein, wir durften uns selber bedienen. Der Schlaf im Vierbettzimmer war durch den heftigen Wind und einen anfänglich zuschlagenden Fensterladen etwas intermittierend, aber gleichwohl ein grossartiges Erlebnis.
Der Chef de Service machte uns wieder ein tolles Frühstück.




Wir nahmen dann gerne die Sesselbahn mit Abdeckung hinunter nach Stoos und weiter die Seilbahn nach Schwyzerhöhe ob Morschach.




Die Strasse ins Muothatal, aufgenommen von der Seilbahn aus.

Ab Schwyzerhöhe wanderten wir über Morschach und den Axenstein nach Brunnen.


Brunnen vom Axenstein aus gesehen


Fronalpstock von der Schifflände Brunnen aus.


Nun erwacht das Schulreisefeeling, wir fahren mit dem Schiff von Brunnen zum Rütli.


Da darf ein Selfie nicht fehlen, die albernen Selfie-Videos erspare ich dem Leser dieses Blogs.
Ab da gings auf den Waldstätterweg nach Treib-Volligen-Triglis-Emmetten.





Pilatus und Bürgenstock, Standpunkt ob Volligen.


Von Volligen nach Triglis


Ein wunderbarer, abwechslungsreicher Wanderweg, mal schmal


mal der breiteste Wanderweg der Welt (die Strasse führt ins Nirgendwo).


An einem alten Haus als Werbung für den Verkauf selbst gegossener Engel: Engel in den Sicherheitsgurten.


Sicht zurück nach Brunnen, jetzt sind auch die Mythen nicht mehr in den Wolken.


Der Anstieg im Wald führt zu einem Aussichtspunkt.


Rechts auf der Rigi waren wir schon, links auf den Bürgenstock wollen wir noch hin.


In Emmetten angekommen besteigen wir die Seilbahn hoch zum Niederbauen auf 1570 Metern.


Dabei quert die Bahn das tiefe Choltalbachtobel.


Vom Niederbauen aus hat man Sicht auf Luzern, den Sempachersee, Baldeggersee, Hallwylersee, und natürlich auf den Bürgenstock und die Rigi.

Wir wurden im Berggasthaus Niederbauen mit sehr gutem Essen à la carte verwöhnt. Die abartig (Modewort vom Witzwanderweg im Muothatal) reichhaltige Weinkarte überraschte uns wirklich; dass es so viele Luzernerweine gibt, wusste ich nicht. Wir durften dann auch noch einen Blick in den Weinkeller und die Panorama-Lounge werfen.


Sicht auf Vierwaldstättersee aus unserem Zweibettzimmer




Wieder ein tolles Frühstück, aber leider Nebel draussen. Unsere Bergwanderung nach Haldigrat muss leider abgesagt werden. Wir nehmen wieder die Seilbahn nach Emmetten und dort das Postauto nach Beckenried-Buochs-Ennetbürgen.

Und nun hoch zum Bürgenstock, dort wartet schon der Felsenweg und der Hammetschwandlift als Dessert dieser Wanderung auf uns.


Beckenried, dahinter Niederbauen links und Buochserhorn im Nebel


St. Jost


Der Felsenweg auf dem Bürgenstock ist in den steilen Felsen auf der Rigi-Seite gebaut. Es ist ein absolut spektakulärer Weg, ein Muss für jeden Wanderfreund.

Und dann kommt der Hammetschwandlift.



Hier der Kommentar beim Eingang zum Lift.

Und jetzt Himmelfahrt:


Rechts Weggis



Liftspitze, auf Liftseite des Schildes Luzerner Seite, auf dieser Seite Nidwalden.

Im Gipfelrestaurant Hammetschwand waren wir um 12 Uhr die einzigen Gäste, der Kellner des Restaurants erfüllte alle unsere Wünsche.
Wir nahmen wieder den Lift nach unten und gingen den Felsenweg bis hin zu den Bürgenstock-Hotels. Hier war aber noch Baustelle, so dass wir auf einem neu gelegten Weg nach Obbürgen abstiegen.


Die zwei alten Gebäude wurden totalrenoviert, dazu kamen ganz links, in der Mitte und rechts neue Gebäude. 
Dazu ein Zitat aus Wikipedia:
Die beiden Hotelpioniere Franz Josef Bucher und Josef Durrer aus Kerns kauften 1871 die Alp Tritt auf dem Bürgenberg und benannten das neue Hotel-Projekt Bürgenstock. Am 23. Juni 1873 eröffneten sie das Grand Hotel unter dem damaligen Namen Hotel Kurhaus. 1888 öffnete das Park-Hotel seine Tore, 1892 entstand die Bürgenstock-Kapelle, 1904 wurde das Palace Hoteleröffnet und in den Jahren 1900 bis 1905 erfolgte der Bau mehrerer Villen östlich des Palace. Der Hammetschwand-Lift stammt von 1905. Friedrich Frey-Fürst kaufte 1925 die Bürgenstock-Hotels. Zwischen 1996 und 2011 änderten die Besitzverhältnisse mehrfach, bis schliesslich die Katara Hospitality, Tochtergesellschaft des Staatsfonds Qatar Investment Authority, die Hotels übernahm[13] und unter der Marke Bürgenstock Selection das neue Bürgenstock Resort, das Hotel Royal Savoy Lausanne und das Hotel Schweizerhof in Bern zusammenfasste. Im März 2014 erfolgte die Grundsteinlegung für das neue Resort.[14]


Am sechsten Tag ging unsere Wanderung zu Ende, wir stiegen ab nach Stansstad.

Fazit: 
Die Innerschweiz ist ein sensationelles Wandergebiet, mit spektakulärem Blick auf den Vierwaldstättersee und weitere Seen.
Die Bahn- und Schiffsinfrastruktur ist sehr gut.
Die Hotellerie ist schon etwas bejahrt.
Die Gastfreundlichkeit und generelle Freundlichkeit war sehr gut.